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Bruichladdich erweitert sein ohnehin schon unĂĽbersichtliches Sortiment durch eine weitere Serie: „The Bordeaux First Growth Series“ wird 6 AbfĂĽllungen 16-jähriger Bruichladdichs umfassen, die nach ihrer Reifung in Fässern aus amerikanischer Eiche noch etwas Zeit in einem französischen Ex-Bordeaux-Fass verbringen durften.

Der Gag liegt darin, dass nicht einfach irgendwelche alten Weinfässer verwendet werden, sondern ausschlieĂźlich Fässer von Premiers Crus-WeingĂĽtern aus Bordeaux. Dies sind nach der bis heute gĂĽltigen Klassifikation von 1855 „erste Klasse“, also die teuersten und qualitativ hochwertigsten Weine (premier cru = erstes/erstklassiges Gewächs; englisch: first growth).

So ganz eng sieht das Bruichladdich anscheinend aber nicht, denn die Appellationen, aus denen die Fässer fĂĽr die First Growth Series stammen, sind zum Teil nach 1855 und dann auch anders klassifiziert worden und verfĂĽgen somit nicht alle ĂĽber „Premier Cru“-Weine. Eine „Bordeaux Series“ hätte aber wohl nicht genug hergemacht…

Bruichladdich First Growth Series
Foto: Bruichladdich

Es wird sechs „CuvĂ©es“ geben, wobei Weinfässer aus fĂĽnf Bordeuax-Appellationen verwendet werden: Margaux, Pauillac, Sauternes, Pomerol (bis heute nicht klassifiziert) und Pessac-LĂ©ognan (1953 bzw. 1959 klassifiziert; keine Premiers Crus).

Die CuvĂ©es werden mit Buchstaben von A-F benannt; den Anfang macht die „CuvĂ©e A Pauillac“ (hoffentlich korrigieren sie bei Bruichladdich das Label noch, denn im jetzt veröffentlichten Entwurf steht fälschlicherweise „Paulliac“).

Besonderen Wert legt Manager Mark Reynier, ein ehemaliger Weinhändler, auf die Qualität der Fässer:

“It’s simple: if you want the world’s best casks you have to go to the best sources. Only the top domains can unstintingly afford barrels of this quality. They ruthlessly cull them from their cellars after only 18 months, before the oak gets tired; it is their fastidious attention to detail that is our gain.”

Diese Fässer aus französischer Eiche stammen von 150-200 Jahre alten Bäumen und kosten mehr als viermal so viel wie Fässer aus amerikanischer Eiche. Die Dauben werden vor der Verarbeitung vier Jahre im Freien gelagert, die Fässer selbst nur knapp zwei Jahre verwendet.

Die Fässer sind also noch relativ frisch und voll mit den Aromastoffen des Weins, wenn Bruichladdich sie aufkauft. Angeblich sind die Unterschiede der Appellationen selbst im Whisky noch zu schmecken.

Die neue Serie wendet sich an Whisky- wie Weinliebhaber, besonders an jene, die gerne verschiedene AbfĂĽllungen desselben „Grundstoffs“ vergleichen.

Die ĂĽbliche Strategie also, um Ăśberkapazitäten abzubauen: eine Marge erhält ein Finish, das unter einem „Thema“ steht, eine Serie wird kreiert, was die Sammelleidenschaft ansprechen soll, und neue Absatzmärkte sollen erschlossen werden, indem man Liebhaber verschiedener Genussmittel anspricht. Momentan scheint das Konzept fĂĽr Bruichladdich noch zu funktionieren – mal sehen, wie lange.

Nähere Informationen zum Whisky, etwa zum Alkoholgehalt oder zur geplanten Auflage der einzelnen Abfüllungen waren noch nicht zu erfahren. Der Verkaufspreis wird bei etwa £40 (ca. 51,00 Euro) liegen.

Die Pressemitteilung ist auf der dänischen Website whiskynyt.dk nachzulesen: Bruichladdich: First Growth Whisky
Weitere Mitteilungen zu diesem Thema finden sich auf dem Islay Weblog (Bruichladdich with a French Touch) und bei Whiskygrotto (Latest release from Bruichladdich influenced by France’s greatest chateaux of all time).

Nachtrag (17.10.2008) : Tom Fischer alias islayfan macht im deutschsprachigen Ardbeg Whiskyforum ein paar interessante Anmerkungen zum (möglichen) Sinn derBruichladdich-Serien-Flut: Hintergrund zu Bruichladdich „The Bordeaux First Growth Series“

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